Archiv des Autors: Juergen Baur

ZDF: „Zwischen Wunsch und Wirklichkeit“

Vor kurzem wurde vom ZDF der Beitrag „Zwischen Wunsch und Wirklichkeit“ ausgestrahlt, in dem der aktuelle Stand der so genannten Energiewende dargestellt werden sollte.

Da sich auch zahlreiche DaWI-Unterstützer nicht ohne Grund über die einseitige und miserabel recherchierte Sendung geärgert haben, leite ich Ihnen die Programmbeschwerde weiter, die von der Bundesinitiative „Vernunftkraft“ eingereicht wurde.

2017-8-5 Vernunftkraft Programmbeschwerde ZDF

Die DaWI in der öffentlichen Resonanz

Die DaWI in der öffentlichen Resonanz
– Eine persönliche (Zwischen-)Bilanz –

Die Dahler Wind-Initiative (DaWI), die sich nun schon seit einigen Jahren in die öffentliche Debatte über den Ausbau der Windkraft in der Stadt und im Kreis Paderborn einmischt, hat sich inzwischen Gehör verschafft – nicht nur in der Kommunalpolitik, sondern auch in der weiteren Öffentlichkeit. Gleichwohl fällt eine Bilanzierung der öffentlichen Resonanz auf die Stellungnahmen und Eingaben der DaWI-Sprecher und auf die Leserbriefe der DaWI-Unterstützer zwiespältig aus. Weiterlesen

Das Imperium schlägt zurück!

Die Pressekommentare zu den beiden Leserbriefen von Jürgen Baur über die Positionierung der Parteien zum Windkraftausbau im Paderborner Land (siehe auch unter „Presse-News > Stadt Paderborn“) sprechen eigentlich für sich selbst. Und sie belegen: Der Ton macht die Musik. Es krächzt!
Die irreführende Propaganda der Windindustrie bedarf einer Entgegnung:

Das Imperium schlägt zurück und die Diensthabenden werden in Stellung gebracht. Daniel Saage vorneweg, der die Propaganda-Aufträge in verwandtschaftlicher Verbundenheit mit Johannes Lackmann erfüllen muss. Sekundiert vom „bündnisgrünen“ Lobbyisten  Jürgen Wrona, Geschäftsführer eines anderen Windindustrieunternehmens (Bau- und Umwelttechnik – Gesellschaft für ökologisches Investment mbH) und Beisitzer im Regionalverband Paderborn/Höxter/ Lippe
 des Bundesverbandes Windenergie.
Das Muster bleibt immer dasselbe: Die Windindustrie tut Gutes, wer’s anders sieht, ist ein unwissender Querulant (vgl. dazu detaillierter www.dawi-paderborn.de: Windindustrie im Kreis Paderborn – eine kritische Skizze, vom 31.12.2016). Weiterlesen

Paderborner Windkraftplanungen für eine „Energiewende“?

Paderborner Windkraftplanungen für eine „Energiewende“?
Bürokratisches Weiterwurschteln kann Nachdenken nicht ersetzen

Für das Kindes- und Jugendalter konstatieren Bildungsstudien durchweg: Intellektuelle Not kann nur mit Unterstützung gut ausgebildeter und engagierter Betreuer und Lehrer behoben werden. Dagegen müssen Erwachsene für ihre intellektuellen Fähigkeiten selbst etwas tun. Wer das aus Nachlässigkeit („Das interessiert mich nicht“) oder aus Borniertheit („Das weiß ich schon alles“) unterlässt, befördert ausschließlich seine eigene Lernresistenz.

Bis ins Paderborner Stadtplanungsamt (unter Leitung der Techn. Beigeordneten Claudia Warnecke) scheinen diese Erkenntnisse allerdings noch nicht durchgedrungen zu sein. Die Dahler Wind-Initiative – wir haben darüber berichtet – hat (auch) der Leiterin des Planungsamtes das informative Sachbuch „Geopferte Landschaften: Wie die Energiewende unsere Landschaften zerstört“ als Dauerleihgabe überlassen. In dem Buch setzen sich zahlreiche Autoren aus unterschiedlichen Perspektiven mit der unausgegorenen Energiewende-Politik auseinander. Das informative Sachbuch wurde von der DaWI in der trügerischen Erwartung übergeben, dass sich auch das Stadtplanungsamt über die politischen Hintergründe der „Energiewende“ gerne kundig machen würde. Denn jede der zahlreichen Beschlussvorlagen zum Ausbau der Windkraft in Paderborn, die vom Planungsamt bisher verfasst wurden, nimmt auf eben diese „Energiewende“ Bezug, um die vorgelegten Planungen grundsätzlich zu rechtfertigen.

Dennoch wurde das Buch von der Leiterin des Stadtplanungsamtes nach wenigen Tagen ungelesen zurückgesandt mit dem Hinweis: „Offensichtlich erfolgte der Versand des Buches unter der Annahme falscher Voraussetzungen.“ Vor dem Hintergrund der vom Paderborner Stadtplanungsamt erarbeiteten Windkraft-Beschlussvorlagen lässt diese kryptische Kurzmitteilung nur eine einzige Interpretation zu: Mit dem oberflächlichen Verweis auf die „Energiewende“ will man sich ganz offensichtlich vom eigenständigen Nachdenken über die fragwürdige Energiewende-Politik entlasten. So entlastet braucht man sich in geläufiger bürokratischer Manier nur noch mit Einhaltung der vorgegebenen Planungsregularien zu befassen – gleichgültig, wie das „Ergebnis“ des Planungsprozesses am Ende aussieht: Gleichgültig, ob die Energiewende dadurch tatsächlich befördert oder nur eine fehlgeleitete Energiewende-Politik kommunalpolitisch fortgeschrieben wird; und gleichgültig auch, wie schwer die Lasten ausfallen, die dennoch von der betroffenen Bevölkerung getragen werden müssen.

Bleibt auch in diesem Fall nur die Frage: Ist es Nachlässigkeit oder Borniertheit, oder kommt gar beides zusammen? Dass das Stadtplanungsamt die ortskundige Bürgerschaft noch nie in ihre „windigen“ Planungsvorhaben einbezogen hat, spricht für Letzteres.

Jürgen Baur

Windindustrie im Kreis Paderborn – eine kritische Skizze

Windindustrie im Kreis Paderborn – eine kritische Skizze
– Statt eines Neujahrsgrußes –

 In „Die letzte Flucht“ hat Wolfgang Schorlau, dessen Kriminalromane sich durch sorgfältig dokumentierte Recherchen auszeichnen, die Machenschaften der Pharmaindustrie entlarvt. Fündig werden könnte er auch bei der Windindustrie, wenn er etwa den politisch-industriellen Komplex im Kreis Paderborn (oder anderswo) in Szene setzen würde. Auf einige „konstruktive Elemente“ dürfte nicht verzichtet werden:

(1) Ökonomische Macht

Im Kreis Paderborn ist die Windindustrie ökonomisch gut aufgestellt. Ein verzweigtes Firmenimperium hat sich eine Monopolstellung auf dem gewinnträchtigen und weiterhin boomenden windindustriellen Geschäftsfeld erobert. Ein Geschäftsfeld, das – zu Lasten des Steuerzahlers – zusätzlich auch noch hoch subventioniert wird. (Aktuell werden jährlich über 24 Milliarden Euro – also mehr als vierundzwanzigtausend Millionen! – von den Stromkunden zu den Investoren und Betreibern umgeschichtet.) Die sichere und satte ökonomische Basis lässt ein ebenso machtvolles wie rücksichtsloses Agieren im eigenen Geschäftsinteresse zu, und dieses Interesse gilt der Gewinnmaximierung.

Ein gewinnbringendes Geschäftsfeld auch für die „Dienstleister“ der Windindustrie: Seit einigen Jahren schon haben etwa die im Baurecht bewanderten Verwaltungsjuristen Hochkonjunktur. Im Dienste klagefreudiger Investoren sind sie damit befasst, die vielen Bauanträge für Windkraftanlagen für fürstliche Honorare und gegen alle Widerstände durchzuklagen.

Im Übrigen: Ohne externe juristische Berater – in diesen Fällen wiederum vom Steuerzahler finanziert – kommen selbst die Kommunen nicht mehr aus. Denn deren Windkraftplanungen stehen prinzipiell auf juristisch wackeligem Boden, der von den Gerichten ständig neu umgepflügt wird. Und selbst wenn schließlich auch noch die allerneuesten Gerichtsentscheide Berücksichtigung gefunden haben, ist damit immer noch nicht sicher, dass die Planungen gerichtsfest stehen. Und Investoren-Klagen können damit dennoch nicht ausgeschlossen werden. Weiterlesen

Grün, grüner, am grünsten

Weltverbesserung unter hohem Konkurrenzdruck anderer Parteien in Verbindung mit offensichtlichen Personalproblemen in den eigenen Reihen – die Bündnisgrünen tun sich in der Paderborner Kommunalpolitik schwer mit ihrer Profilierung und begeben sich dabei zunehmend ins selbstgestellte Abseits.

Die Auseinandersetzung mit dem 125. Flächennutzungsplan der Stadt Paderborn ist dafür symptomatisch. Die eigenen Heilsbotschaften laufen schnell ins Leere, wenn einem die Argumente ausgehen, weil die Energiewende-Politik mittels Windindustrialisierung bislang mehr Probleme schafft als sie Lösungen anbieten kann, und weil sich deren Auswirkungen auf die angestrebten Klimaschutzziele kaum belegen lassen. Wer dennoch immer denselben Sermon herbetet, verliert an Glaubwürdigkeit.

Wenn die grünen Vorstellungen dann auch noch von jemandem vertreten werden, der weder mit den energiepolitischen Zusammengängen vertraut ist, noch mit Flächennutzungsplanungen sich auskennt, geraten die Statements zur Peinlichkeit. „Dieser Plan (der 125. FNP) stutzt der Windenergie die Flügel,“ denn „jedes neue Windrad ist ein Baustein für den Klimaschutz und ein weiterer Sargnagel für fossile Energieträger“, so der Sprecher Klaus-Jürgen Wagner. Dieses Fazit ist ebenso bildmächtig wie naiv bzw. grottenfalsch. (Die Dahler Wind-Initiative hat dies im Übrigen in mehreren Stellungnahmen auch zum 125. FNP dargelegt.) Wer dann auch noch über zu große Vorsorgeabstände zur Wohnbebauung und zu wenig „substantiellen Raum“ schwafelt, obwohl er weiß, dass die Stadt einen beachtlichen Teil ihrer Fläche zur Verbauung mit Windkraftanlagen – und das geballt in den östlichen Vororten – freigibt, der macht sich endgültig zum Narren, in dessen Kopf sich das „Postfaktische“ schon seit Längerem verhakt zu haben scheint. (Und wer diesen Einschätzungen widersprechen will, der tue das bitte anhand von ordentlich recherchierten Fakten!)

Da die kommunalpolitischen Entscheidungen von den Personalproblemen der Bündnisgrünen nicht unberührt bleiben, stellt sich die Frage ihrer Wählbarkeit in Paderborn immer drängender.

Jürgen Baur

Windwahn – eine Bild-Dokumentation

Großflächige Landschaftsverbauung durch Windkraftanlagen im ganzen Kreis Paderborn. Flächennutzungsplanungen in Lichtenau, Paderborn, Salzkotten, Borchen, Bad Lippspringe, die den Investoren Glanz in die Augen zaubern und den Anwohnern die Tränen aus den Augen treiben. Eine Kreisverwaltung, die nicht bremst, sondern weiterhin eine Genehmigung nach der anderen erteilt. 
Problembewusstsein: Fehlanzeige. Schutz der Natur- und Kulturlandschaften: Fehlanzeige. Schutz der Anwohner: Fehlanzeige. 

Und Dahl als einer der Hotspots der Windkraftindustrialisierung mitten drin!

In Dahl zu wohnen heißt: Von Windkraftanlagen rundum umstellt zu sein und jahraus, jahrein auf kreisende Rotoren und rot blinkende  Befeuerungsanlagen zu blicken. Und das tagtäglich von morgens bis in die Nacht hinein. DaWI-Mitglieder haben dazu realistische Bild-Dokumente geliefert.  

2016_12_09-wv-idyllische-fotos-sind-nicht-angebracht_leserbrief

Blick aus einem Wohnhaus Am Langen Hahn. Aufgenommen am 10.12.2016 bei Schwachwind. (Um den „richtigen“ Eindruck zu gewinnen, muss man den Videoclip als Dauerschleife laufen lassen!)