7 Gedanken zu „Sachkundige rot-grüne Windkraftpolitik?

  1. Jürgen Wrona

    Prof. Baur sollte sich für unwissenschaftliche Aussage schämen

    Die organisierten Windkraftgegner lassen bei ihrem Feldzug gegen den Ausbau erneuerbarer Energien immer wieder die notwendige Sachkunde vermissen, leugnen den Klimawandel, sind ständig postfaktisch unterwegs und täuschen die Öffentlichkeit systematisch. Das jüngste Beispiel liefert Prof. Jürgen Baur von der Dahler Windinitiative (DAWI).

    In einem Rundumschlag gegen die politischen Parteien vor Ort (ausgenommen hat Prof. Baur bezeichnenderweise nur seine eigene Partei und die klimaskeptischen Kernenergie-Freunde von der AfD) behauptet die akademische Speerspitze der Anti-Windkraft-Initiativen aus Dahl, der Ausbau der Windkraft verursache „ständig steigende Stromkosten“.

    Eine solche Aussage gefällt dem uninformierten Publikum und findet auch bei einigen Kommunalpolitikern, die die energiewirtschaftlichen Zusammenhänge nicht durchschauen, fruchtbaren Boden, hält einem Faktencheck aber nicht stand. Tatsächlich ist der Ausbau der erneuerbaren Energien kostenneutral bzw. sogar kostensenkend.

    Was die Windkraftgegner bei ihren Kampagnen gegen erneuerbare Energien systematisch ausblenden: Der Strompreis an der Börse und die EEG-Umlage korrelieren etwa umgekehrt proportional zueinander. Anders gesagt: Der Börsenstrompreis sinkt mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien etwa im gleichen Umfang wie die EEG-Umlage steigt.

    Das Ergebnis: Der Summenwert aus Börsenstrompreis und EEG-Umlage ist seit Jahren stabil bzw. sinkt sogar. Betrug die Summe 2013 noch 10,55 Cent pro Kilowattstunde, sind es aktuell nur noch 9,56 Cent. Eigentlich müsste der Strom also billiger werden. Wenn der Strompreis für den Endkunden dennoch steigt, hat das nichts mit der Förderung erneuerbarer Energien und der EEG-Umlage zu tun.

    Die Ökonomin Prof. Dr. Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) bestätigt den Zusammenhang zwischen Börsenpreis und EEG-Umlage und stellt dann klar: „Wer den Erfolg von Wind und Sonne für steigende Endverbraucherpreise verantwortlich macht, ist unehrlich oder betreibt ein gezieltes Täuschungsmanöver“ (sh. http://www.zeit.de/wirtschaft/2017-04/claudia-kemfert-fossile-energie-klimawandel-energiewende-interview

    Ein Wissenschaftler wie Prof. Baur sollte sich schämen, steigende Strompreise der Windenergie in die Schuhe zu schieben und die Öffentlichkeit mit postfaktischen Aussagen zu täuschen. Oder ist der DAWI-Sprecher mal wieder einfach nur unwissend?

    Jürgen Wrona (Delbrück-Ostenland)
    Beisitzer im Regionalverband Paderborn/Höxter/Lippe
    des Bundesverbandes Windenergie e.V.

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      1. Jürgen Wrona

        Und was der Ausbau der Windenergie damit zu tun? Die Antwort gibt die Ökonomin Prof. Kemfert: „Wer den Erfolg von Wind und Sonne für steigende Endverbraucherpreise verantwortlich macht, ist unehrlich oder betreibt ein gezieltes Täuschungsmanöver“

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        1. Hans-Hermann Juergens

          Es geht bei diesem Beitrag um die Erhöhung der Strompreise für den Verbraucher und die ist eindeutig vorhanden. Ursache hierfür ist im Wesentlichen die Energieumlage, durch die der Betrieb der WEA so lukrativ für die Betreiber wird, und das macht den Erfolg der Windenergieanlagen aus. Ohne diese Subvention würde der Erfolg erheblich minimiert werden.

          https://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2014/12/2014-12-30-strompreis.html

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        2. Herbert Hanselmann

          Der Satz von Kemfert zeigt nur, dass sie total überschätzt wird (und instrumentalisiert). Sie prophezeite beispielsweise 2011 „„EEG-Umlage 2020 nur wenig höher als 2011“ und 2020 3,64 Cent / kWh“.
          Ein Zitat aus 2013: „Die [fossilen] Kraftwerke lohnen sich nicht mehr, weil es zu viel Strom gibt. Aber das ist der Markt. Bevor man baut, muss man eben fragen, ob es sich lohnt oder nicht. Und mittelfristig rechnet sich kein Kohlekraftwerk. Jedes, das heute gebaut wird, ist eine Fehlinvestition. “ Aha. Und wo kommt die Leistung her, die wir als Ergänzung und Basis brauchen? Und was für ein Markt? Ich sehe Planwirtschaft. Es läge jetzt nahe, zu fragen wer Frau Kemfert bezahlt.
          Den Börsenstrompreis anzuführen ist übrigens der Versuch der Volksverdummung.

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    1. Jürgen Baur

      Vom Schämen weit entfernt, aber am Fremdschämen nah dran!

      Vielleicht kann meine Stellungnahme „Das Imperium schlägt zurück!“ auf dem DaWI-Blog zur weiteren Klärung beitragen. Überhaupt könnte die Lektüre des Lichtenauer und des Dahler Blogs Synergieeffekte erzeugen.

      Da heutzutage Fake-News überall kursieren und auch von den Windkraft-Lobbyisten gezielt verbreitet werden (und bei manchen sogar verfangen), seien wenigstens einige offene und verdeckte Unterstellungen korrigiert:

      Ich bin kein Gegner der Energiewende, aber ein strikter Kritiker der fehlgeleiteten gün-roten Energiewende-Politik in NRW, der sich weder vor noch nach der Wahl den Mund verbieten lassen wird. Darin werde ich vestärkt von sachkundigen Energie-Experten, die allerdings eine gänzlich andere Sicht auf die sog. „Energiewende“ haben als die Propagandisten der Windindustrie.

      Ich gehöre keiner Partei an und stehe der AfD sehr fern.

      Und ich werde mich – mit Verlaub – auch künftig in den Windkraftausbau in Lichtenau einmischen, weil von dort aus der Horizont von Dahl rücksichtslos verbaut wurde: Allein 13 (!) Lichtenauer Megaanlagen rotieren vor den Fenstern meines Wohnhauses.

      Denn es gilt, der ebenso scheinheiligen wie polemischen Propaganda der Windindustrie energischen Widerstand entgegenzusetzen! Denn Kritik und Widerspruch gehören zu den demokratischen Bürgerpflichten.

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