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Die DaWI ist auf dem richtigen Weg!

Die DaWI-Positionen – vgl. dazu den „Offenen Brief mit einer Zwischenbilanz“ – finden in der überregionalen Presse eine Bestätigung. Hierzu einige aktuelle Beiträge:

Windkraft und Co.: Kurzschluss bei der Energiewende – WELT HD

2017_10_07 Frankfurter Allgemeine_Zeitung „Windige Geschäfte“

https://www.welt.de/wirtschaft/article169420266/Deutschland-verliert-die-Kontrolle-ueber-den-Strompreis.html

Windindustrialisierung im Kreis Paderborn – Ein Offener Brief mit einer Zwischenbilanz –

Die Dahler Wind-Initiative (DaWI) begleitet schon seit einigen Jahren kritisch die kommunale Windindustrialisierung in der Stadt und im Kreis Paderborn. Als Bürgerinitiative vertritt sie die Belange von über 250 Mitgliedern und setzt sich im Interesse der Bürgerinnen und Bürger für eine sozialverträgliche Windkraftplanung im Kontext der Energiewende in Deutschland ein. Dies gilt insbesondere für den Paderborner Ortsteil Dahl, der bereits jetzt von ca. 130 Windkraftanlagen umfasst und Teil einer überbordenden windindustriellen Verbauung des gesamten Paderborner Umlands ist.

Dies haben wir zum Anlass genommen, in einem Offenen Brief eine Zwischenbilanz unseres bürgerschaftlichen Engagements zu ziehen.

Windindustrialisierung im Kreis Paderborn – Ein Offener Brief mit einer Zwischenbilanz –

Ein Leserbrief mit einer Klarstellung

Sehr geehrter Herr Baur,

ich habe mit großer Aufmerksamkeit Ihren heutigen Leserbrief gelesen. Ihre objektive Einstellung zum Thema Windkraft freut mich sehr.

Sie haben Recht: Kleine Wohltaten, wenn sie denn welche wären, können Kritik neutralisieren. Wie heißt es so schön, bei Geld hört die Freundschaft auf – oder sie fängt an. (…)

Fakt ist, dass der für die Bürgerinnen und Bürger aus Dahl und anderen Orten aufgelegte Stromtarif günstig ist. Allerdings auch auf 160 Haushalte beschränkt. (4 Anlagen können auch nur eine beschränkte Menge im definierten Umkreis liefern.)

Rechnen wir doch mal den Strompreis zurück. Der in rot dargestellte Bruttopreis ist der Preis der sich spezifisch aus Arbeits- und Grundpreis bei 3.500 kWh Verbrauch im Jahr ergibt.

Bis hierher, könnte man sagen: Ja, die verzichten tatsächlich auf einen Teil ihrer Gewinne, da sie bei jeder kWh 2,01 ct minus machen.

Aber mal ganz ehrlich, was für Renditen werden erzielt, dass solche Quersubventionierungen möglich sind? Bei 10 GWh sind das 201.000 EUR. Und 10 GWh ist nun wirklich keine große Menge in der Energiewirtschaft.

Egal, wir sind noch nicht am Ende der Berechnung. Durch ganz legale und gesetzlich geregelte Marktinstrumente kann diese negative Endsumme beeinflusst werden. Durch Beantragung beim Hauptzollamt, können bestimmte WEA, mit einer bestimmten Menge, in einem bestimmten Umkreis um diese Anlagen Strom liefern und von der Stromsteuer befreit werden.

Zack, 2,05 ct in der Tasche, und das Ergebnis wird positiv.

Hinzu kommen Vergünstigungen für die WEA-Betreiber, wenn Anlagen abgeschaltet werden müssen (z. B. hohe Einspeisung durch viel Wind und Photovoltaik zur gleichen Zeit). Bei Nutzung des Marktprämienmodells erhält der WEA-Betreiber eine Management-Prämie (0,5 ct/kWh) sowie einen Flexibilitätszuschlag (0,04 ct/kWh, teilweise sogar bis 0,13 ct/kWh).

Warum wird denn ein um 2 ct. höherer Preis genommen, wenn die Menge auf über 5.000 kWh steigt (bestimme Anlagen, bestimmte Menge, bestimmter Umkreis)? Die Stromsteuer ist die Erklärung. Möglicherweise gibt es mittlerweile noch mehr zusätzliche Subventionen, von denen ich keine Kenntnis habe. Aber allein die genannten Subventionen zeigen, dass hier keiner Geld aus eigener Tasche dazu legt.

Das Thema Energiewirtschaft ist eh schon extrem komplex geworden, da muss man die Leute nicht noch veräppeln. Die, die sich auskennen, sollten mit offenen Karten spielen.

Die Renditen bleiben bei den Betreibern. Letzen Endes dient diese Vorgehensweise nur einem Zweck: Erhöhung der Akzeptanz der Windkraft in der Region. Und das scheint zu klappen.

Ein günstiger Strompreis ist letztlich nichts Schlimmes. Nur sollte man auch ehrlich sagen, woher das kommt, und nicht zum Wohltätertum übergehen.

Der Stromverkauf ist eh nicht deren primäre Einnahmequelle. Über den Stromverkauf muss keine große Marge erzielt werden. Das Geld wird bei den WEA verdient. Je mehr je besser, je schneller aufgestellt, desto höher die Vergütung, und möglichst geringe Abstände und möglichst demnächst auch in den Wald hinein.

Fazit:

Alles erreicht (check)
Redite gehalten (check)
Marge aus Stromverkauf erwirtschaftet (check)
Akzeptanz für WEA in der Bevölkerung erhöht (check)
Als Wohltäter anerkannt (check)

Ich möchte an dieser Stelle anmerken, dass ich grundsätzlich für regenerativ erzeugte Energie bin, aber mit Augenmaß und nicht planlos. Die Energiewende ist schon aus dem Ruder gelaufen. Subventionen für Energieerzeugungs-Anlagen halte ich ebenfalls für Unsinn. Gelder für Infrastruktur und Forschung werden benötigt, um die Energiewende für alle bezahlbar (und damit meine ich nicht nur das Geld, sondern auch die Lebensqualität) umsetzen zu können. Wind und Photovoltaik sind Wirtschaftszweige, die sehr wohl und schon längst ohne Subventionen auf eigenen Füßen stehen können. Sie werden nicht die tragenden Säulen der Energiewende werden, sondern Ergänzungskraftwerke. Erstes Ziel muss sein, die notwendige Grundlast aus regenerativen Quellen zu erzeugen und dies zuverlässig 24/7/365.

Mit freundlichen Grüßen
K.M.

Ein Erfolg der Bürgerinitiativen

Im Koalitionsvertrag für NRW 2017 – 2022 wurde von CDU und FDP bezüglich Windkraft Folgendes fixiert:

Windenergie 

Der massive Ausbau der Windenergie stößt in weiten Teilen des Landes auf zunehmende Vorbehalte in der Bevölkerung. Wir wollen die Akzeptanz für die Nutzung der Windenergieanlagen erhalten. Dazu werden wir unter Berücksichtigung von Rechtssicherheit und Vertrauensschutz folgende Änderungen vornehmen:

  • Wir gehen davon aus, dass bei Neuanlagen eine Abstandsregelung von 1.500 Meter zu reinen und allgemeinen Wohngebieten rechtssicher umsetzbar ist. Wir wollen den rechtlichen Rahmen voll ausschöpfen.
  • Wir stärken die kommunale Entscheidungskompetenz.
  • Die Verpflichtung im Landesentwicklungsplan zur Ausweisung von Windvorrangzonen wird ebenso wie die Privilegierung der Windenergieerzeugung im Wald aufgehoben.
  • Die bedarfsgerechte Befeuerung von Neuanlagen und mit Übergangsfrist auch für Altanlagen soll für Windenergieanlagenbetreiber verpflichtend werden.
  • Um die Zahl neuer Anlagen zu beschränken und die Zahl von Altanlagen abzubauen, wollen wir an durch Windkraft geprägten Standorten Repowering ermöglichen.
  • Auf Bundesebene verfolgen wir konsequent die Abschaffung der baurechtlichen Privilegierung von Windenergieanlagen. Der Bestands- und Eigentumsschutz bin- det uns für bestehende Altanlagen auch nach Ablauf der Typengenehmigung und umfasst auch die bis heute in der Ausschreibungsförderung nach EEG bezuschlagten Anlagen.
  • Der Windenergieerlass wird im vorgenannten Sinne überarbeitet, um den angemessenen Anwohner-, Landschafts- und Naturschutz sicherzustellen.Die Windpotenzialstudien NRW werden wir zu immissionsschutz-, erdbebensicherheits- und naturschutzbezogenen Planungsgrundlagen für Windstandorte in Nordrhein-Westfalen weiterentwickeln und diskriminierungsfrei zur Verfügung stellen, um insbesondere für Bürgerenergieprojekte die Umstellung der EEG-Förderung auf Ausschreibungsverfahren zu erleichtern.